Das Raumgewicht (RG) gibt an, wie viel Kilogramm Material in einem Kubikmeter Schaumstoff stecken: RG 50 bedeutet 50 kg/m³; im türkischen Handel heißt dieselbe Größe DNS. Zur Härte, dem Widerstand gegen Zusammendrücken, sagt es nichts. Zwei Schaumstoffe mit gleichem RG können sich völlig verschieden anfühlen. Das Raumgewicht sagt Formbeständigkeit und Lebensdauer voraus, die Härte das Gefühl unter Last.
Zuletzt aktualisiert:
Was misst das Raumgewicht?
Das Raumgewicht ist Masse geteilt durch Volumen, angegeben in Kilogramm je Kubikmeter. Ein Schaumstoff mit RG 50 wiegt je Kubikmeter 50 Kilogramm. Die Einheit steht selten neben der Zahl, gemeint ist aber immer diese Größe.
Daraus folgt etwas Wichtiges: Das Raumgewicht ist unabhängig von der Größe des Zuschnitts. Eine 3 cm starke und eine 10 cm starke Platte mit gleichem RG sind gleich dicht — die dickere enthält lediglich mehr Material, nicht dichteres.
Bei Verbundschaumstoff wird der Wert mechanisch eingestellt, über die Menge an Flocken, die die Presse in der Form verdichtet. Bei direkt verschäumtem Material ergibt er sich aus der Rezeptur. Gemessen wird in beiden Fällen dasselbe.
Warum sind Raumgewicht und Härte nicht dasselbe?
Das Raumgewicht beantwortet, wie viel Material in einem bestimmten Volumen steckt. Die Härte beantwortet, wie stark dieses Material dem Zusammendrücken widersteht — wie weit es nachgibt, wenn man darauf drückt. Zwei verschiedene Fragen, deren Antworten voneinander unabhängig sind.
Genau daraus entsteht der häufigste Irrtum der Branche: Zwei Schaumstoffe mit demselben RG-Wert können sich völlig verschieden anfühlen. Zellstruktur, Art der verpressten Flocken und Bindemittelanteil verändern die Härte, ohne die Kilogramm je Kubikmeter zu verändern.
Welche Kennzahl zu erfragen ist, hängt von der Aufgabe der Schicht ab. Wie lange sie hält und ob sich eine bleibende Mulde bildet, ist eine Frage ans Raumgewicht. Wie sie sich beim Sitzen anfühlt, ist eine Frage an die Härte. Eine einzige Zahl beantwortet nie beides.
Wie prüfen Sie ein angegebenes Raumgewicht selbst?
Das Raumgewicht ist die einzige Kennzahl, die sich ohne Labor prüfen lässt. Schneiden Sie ein Stück mit bekannten Maßen, berechnen Sie sein Volumen in Kubikmetern, wiegen Sie es und teilen Sie die Masse in Kilogramm durch das Volumen. Das Ergebnis ist das RG.
Ein Rechenbeispiel: Eine Platte von 100 × 100 × 5 cm hat ein Volumen von 1 × 1 × 0,05 = 0,05 m³. Bei angegebenem RG 50 sollte sie 50 × 0,05 = 2,5 kg wiegen. Nimmt man stattdessen einen Abschnitt von 50 × 50 × 5 cm, beträgt das Volumen 0,0125 m³ und das erwartete Gewicht 0,625 kg.
Ein paar Details entscheiden über die Aussagekraft. Messen Sie das Stück unbelastet auf ebener Fläche und schneiden Sie die Kanten rechtwinklig — ein schräger Schnitt lässt das Volumen kleiner erscheinen, als es ist. Je größer die Probe, desto kleiner der Messfehler und desto eher mittelt das Ergebnis über den Block statt über eine Stelle. Bei kleinen Proben fällt zudem die Auflösung der Waage ins Gewicht.
Weichen Waage und Angabe voneinander ab, prüfen Sie zuerst, ob die Probe aus einem für den Block repräsentativen Bereich stammt; Randzonen können sich von der Blockmitte unterscheiden. Bleibt die Abweichung über mehrere Proben bestehen, steht die angegebene Zahl infrage.
Ist ein höheres Raumgewicht immer besser?
Nein. Das Raumgewicht ist ein Konstruktionsparameter, keine Qualitätsnote. Es zu erhöhen heißt, mehr Material in dasselbe Volumen zu legen: Das Teil wird schwerer, die Fracht rechnet sich über Gewicht statt über Volumen, und die Schicht kann straffer ausfallen, als die Anwendung es verlangt.
Wirklich bezahlt macht sich ein hohes Raumgewicht in dauerhaft belasteten Schichten: Matratzenbasis, Füllung im Sitzgestell, Sportboden, Teppichunterlage. Gekauft wird dort kein Sitzgefühl, sondern die Fähigkeit, die Stärke über Jahre zu halten.
Für eine oberflächennahe Komfortschicht, eine Füllung unter dem Bezug oder eine einmalig genutzte Verpackungspolsterung sind hohe Werte dagegen meist Kosten ohne Gegenwert. Die nützliche Frage lautet nie, welches RG das höchste ist, sondern wie viel Last diese Schicht trägt und wie lange.
RG und DNS: eine Größe, zwei Namen
Im deutschsprachigen Handel heißt die Größe Raumgewicht, kurz RG; in der Türkei trägt dieselbe Größe den Namen DNS. Beide werden in Kilogramm je Kubikmeter angegeben, RG 50 und DNS 50 bezeichnen also denselben Wert — zwei Namen, nicht zwei Messsysteme.
Praktisch ist das wichtig, weil ein deutschsprachiger Einkäufer und ein türkischer Lieferant ein ganzes Gespräch lang aneinander vorbeireden können. Der Einkäufer fragt nach RG, der Lieferant antwortet mit DNS, und jeder hält die Angabe des anderen für eine andere Kennzahl. Die Einheit kg/m³ im Angebot auszuschreiben, beendet das Missverständnis, bevor es entsteht.
Neben dem Namen bleibt zu klären, auf welches Material sich die Zahl bezieht. Ein Raumgewicht gehört immer zu einem bestimmten Produkt; zwei unterschiedlich aufgebaute Materialien mit derselben Zahl verhalten sich nicht zwangsläufig gleich.
| Kennwert | Was er misst | Einheit | Was er vorhersagt | Was er nicht sagt |
|---|---|---|---|---|
| Raumgewicht (RG / DNS) | Wie viel Material in einem Volumen steckt | kg/m³ | Tragfähigkeit, Beständigkeit gegen bleibende Verformung, Lebensdauer | Wie hart sich der Schaumstoff anfühlt |
| Härte | Widerstand gegen Zusammendrücken | Kraft bei definierter Eindrückung | Gefühl unter Last: weich oder straff | Wie lange die Schicht hält |
| Stärke | Höhe der Schicht | cm | Gesamtaufbauhöhe und Einsinkweg | Welche Last die Schicht trägt |
| Plattengewicht | Masse eines einzelnen Zuschnitts | kg | Handling- und Frachtaufwand | Das Raumgewicht ohne bekannte Maße |
| Druckverformungsrest | Nach Entlastung nicht zurückgewonnene Stärke | % | Langfristiges Einsinkverhalten | Den ersten Griffeindruck |
Häufige Fragen
- Bedeutet ein höheres Raumgewicht einen härteren Schaumstoff?
- Nein, nicht zwangsläufig. Raumgewicht und Härte sind unabhängige Größen: Das RG nennt die Kilogramm je Kubikmeter, die Härte den Widerstand gegen Zusammendrücken. Ein Material mit hohem RG kann weich sein, eines mit niedrigem straff — nach der Härte ist also gesondert zu fragen.
- Wie messe ich das Raumgewicht selbst?
- Schneiden Sie ein Stück mit bekannten Maßen, wiegen Sie es und teilen Sie das Gewicht in Kilogramm durch das Volumen in Kubikmetern. Eine Platte von 100 × 100 × 5 cm hat 0,05 m³; wiegt sie 2,5 kg, beträgt das Raumgewicht 50 kg/m³, also RG 50. Je größer die Probe, desto verlässlicher das Ergebnis.
- Sind RG 50 und DNS 50 dasselbe?
- Ja — beide bezeichnen dieselbe Größe, das Raumgewicht in Kilogramm je Kubikmeter. RG ist die im deutschsprachigen Raum übliche Abkürzung, DNS die in der Türkei gebräuchliche. Der Unterschied liegt im Namen, nicht in der Messung.
- Worin unterscheiden sich RG 50 und RG 60?
- Der Unterschied liegt in der Materialmenge im gleichen Volumen: RG 60 enthält je Kubikmeter rund ein Fünftel mehr Material als RG 50 und wiegt entsprechend mehr. Das zahlt sich in Schichten aus, die unter Dauerlast ihre Stärke halten sollen. Welcher Wert zu Ihrem Aufbau passt, klären Sie am besten über die Produktseite oder im Gespräch mit uns.
- Sollte immer das höchste Raumgewicht gewählt werden?
- Nein. Das Raumgewicht ist keine Qualitätsnote, sondern eine nach Aufgabe der Schicht gewählte Kennzahl; mehr als nötig bringt nur Gewicht und Kosten. In dauerhaft belasteten Basisschichten lohnt ein hohes RG, in oberflächennahen Komfortschichten meist nicht.
Passende Produkte
Eingesetzt in diesen Branchen
Begriffe im Glossar nachschlagen: DNS (Dichtekennzahl), Rohdichte, Härte (Stauchhärte), RG (Raumgewicht), Druckverformungsrest, Verbundschaumstoff, Schaumstoff, Polyurethan (PU)
Verwandte Ratgeber
Finden wir gemeinsam das richtige Material für Ihr Projekt
Unser technisches Team unterstützt Sie bei der Auswahl des passenden Produkts.
